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Immer wieder der gleiche Wunsch, dass es keine Veränderungen, keine Verbesserungen, keine Verschlechterungen mehr gibt, in Ruhe gelassen zu werden, mit den trächtigen Gedanken, die endlich mal Briefe zur Welt bringen können...mitgerissen, mitgefangen und überschätzt...
Ein bisschen flirten, nichts Ernstes, Spaß haben und das war schon alles, keine Gedanken machen und es entwickeln lassen, sich mitziehen lassen, wie froh ich bin, meinen alten Schrank öffnen zu können und die Sachen aus ihm heraus sortieren zu beginnen. Kein Teil des Spaßes sein zu wollen, mir doch Gedanken zu machen, und Selbstgespräche darüber, dass es anders nicht geht. Nicht mit schwimmen, Angst und Unsicherheiten nicht mit schwimmen zu können...der verblasste, tote Marienkäfer auf dem Teppich, ich befahl noch dazu meiner Tochter, ihn in Ruhe lassen zu müssen, ihn nicht quälen zu dürfen, und ihn trotzdem leblos, blass und ohne Bedeutung für die Umwelt auf dem Teppich gefunden zu haben, mit ausgestreckten, leblosen Flügeln...so tot ist der Marienkäfer...für immer tot, nicht wie im Film...
Die singende, tiefe, weibliche Stimme einer Schwarzafrikanerin aus einer der benachbarten Wohnungen ertönt und rundet den schwulen Sommerabend ab, Kinderschrei zugleich und ein lautes Gespräch zwischen zwei Nachbarn im Hof, das Knattern eines Automotors wegen des falsch eingelegten Gangs und dann plötzlich Stille...die unerträgliche Stille.
Kein Auge zumachen zu können an heißen Julitagen und weit weg von dem Alltag, wissend, sehr wohl wissend, dass sich dieser Luxus des Nicht-Schlafen-Wollens rächen wird...der misslungene Versuch, sich mit den anderen Menschen zu identifizieren, die sterilen Gespräche führen zu müssen, mitsprechen, mit lachen, mitgehen, passende Gläser aussuchen und Wein einschenken, nichts anmerken lassen, anderen gut zuhören, damit nicht bemerkt wird, dass man abwesend ist, seit langer Zeit eigentlich abwesend,...aber man ist dabei, denn wen kümmert das, die Abwesenheit, es merkt ja keiner was...die Julistille...
Die Spuren der kurzfristigen, selbst auslöschenden Liebe auf der Parkbank, die mikrokosmischen Dinosaurier, die schon längst aus unseren Köpfen verschwunden sind und niemanden mehr befruchten können, die Verwunderung eines Bankangestellten in heißer Julinacht, die Ohnmacht des Ausgeschiedenen, und sich dem Bedürfnis nicht entziehen zu können, schreiben zu müssen, alles aufzuschreiben, jeden Augenblick, einen Stift und ein Blatt Papier immer dabei zu haben, die Stiftsucht...
Und während ich nicht da bin, denke ich an das Meeresrauschen...